Familienrecht

Sowohl vor der Ehe, als auch nach einer Ehescheidung stehen Betroffene vor unzähligen Fragen, die sich rund um das Familienrecht drehen.

Ist ein Ehevertrag sinnvoll? Wie läuft eine Ehescheidung genau ab und was muss beantragt werden? Wer bekommt das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder?

Das Familienrecht regelt rechtliche Aspekte von Verwandtschaftsverhältnissen. Wir helfen Ihnen bei der Ausgestaltung von Eheverträgen und stehen Ihnen innerhalb eines Scheidungsprozesses zur Seite.

Rufen Sie uns an oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Gerne können Sie auch während unserer Öffnungszeiten einen Termin in unserer zentral gelegenen Düsseldorfer Kanzlei über unseren Kanzlei Chat anfragen.

Verständnisvolle und verständliche Beratung

Besonders wichtig ist uns, dass sich unsere Mandanten menschlich verstanden fühlen und ihrerseits die teilweise komplizierten rechtlichen Zusammenhänge verstehen. Aus diesem Grunde ist es bei Kannengießer & Sauer Rechtsanwälte Kanzleiidentität, für unsere Mandanten empathischer Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein.

Die Ehescheidung im Familienrecht


Bei einer nach deutschem Recht geschlossenen Ehe, ist bei einer Ehescheidung das einjährige Trennungsjahr vorgesehen nach § 1566 BGB.
Das bedeutet, dass ein Antrag auf Ehescheidung erst nach Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden kann.

Nach Ablauf des Trennungsjahres sieht das Familiengericht die Ehe als endgültig gescheitert an.

Achtung: Ist ein Ehepartner mit der Scheidung nicht einverstanden, kann es im schlimmsten Fall bis zu drei Jahre dauern, bis die Ehe geschieden werden kann.

Während des Trennungsjahres ist es wichtig, dass zwischen den Eheleuten keine häusliche oder wirtschaftliche Gemeinschaft bestehen („Trennung von Tisch und Bett“).
Dies bedeutet allerdings nicht, dass ein Ehegatte aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen muss. Auch innerhalb der Wohnung können Ehegatten getrennt leben. Bei einer Trennung ohne Auszug aus der gemeinsamen Wohnung sind mehrere Aspekte einzuhalten, wie beispielsweise die Aufteilung der Räume. Bei Küche und Bad sollte ein Zeitplan für die Benutzung aufgestellt werden.

Tip: Während des Trennungsjahres, hat der weniger verdienende Ehegatte einen Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Damit das Trennungsjahr nicht lediglich als notwendiger negativer Beigeschmack zur endgültigen Ehescheidung angesehen werden muss, sollten Sie die Zeit nutzen, Folgesachen zu klären.

Unter Folgesachen verstehen sich beispielsweise der Hausrat, Vermögensangelegenheiten und Unterhalt. Die einvernehmliche Klärung solcher Folgesachen wird üblicherweise durch eine Scheidungsfolgenvereinbarung festgelegt und notariell beglaubigt.

Wichtig: Bei einer einvernehmlichen Ehescheidung, braucht nur derjenige einen Anwalt, der den Scheidungsantrag stellt. Die Kosten werden in diesem Fall geteilt.

Der Unterhalt im Familienrecht

Beim Thema Unterhalt im Familienrecht muss zwischen Ehegattenunterhalt, der sowohl Trennungsunterhalt als auch den nachehelichen Unterhalt beinhaltet, als auch Kindesunterhalt und Elternunterhalt unterschieden werden.

a. Trennungsunterhalt, § 1361 BGB

Der finanziell besser gestellte Ehegatte muss den Lebensunterhalt des anderen Ehegatten sicherstellen. Trennungsunterhalt wird bis zum rechtskräftigen Abschluss des Scheidungsverfahrens gezahlt.
Voraussetzungen für die Zahlung von Trennungsunterhalt sind:
– Getrenntleben der Ehegatten
– Bedürftigkeit des einen Ehegatten (liegt vor, wenn der Ehegatte außer Stande ist, sich selbst zu versorgen)
– Leistungsfähigkeit des anderen Ehegatten

Achtung: Ein Verzicht des Trennungsunterhalts innerhalb eines Ehevertrages ist unwirksam

b. nachehelicher Unterhalt

Der nacheheliche Unterhalt muss gesondert eingefordert oder gar eingeklagt werden und kann nach Abschluss des Scheidungsverfahrens beansprucht werden.

Auch im Rahmen des nachehelichen Unterhalts gilt, dass einer der Ehegatten bedürftig und der andere leistungsfähig ist. Maß und Umfang des nachehelichen Unterhalts bestimmt sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen, die für die Ehepartner bis zum Zeitpunkt der Scheidung bestanden haben.

c. Kindesunterhalt

Kindesunterhalt wird nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet und orientiert sich auf der einen Seite am Einkommen des Unterhaltspflichtigen und auf der anderen Seite am Alter des Kindes.
Zu unterscheiden ist zwischen der Naturalunterhaltspflicht (häusliche Versorgung) und Barunterhaltspflicht (Entrichtung eines Geldbetrages). Bei einem minderjährigen Kind ist grundsätzlich das Elternteil naturalunterhaltspflichtig, in dessen häuslicher Gemeinschaft das Kind lebt. Der andere Elternteil unterliegt der Barunterhaltspflicht. Ist das Kind volljährig, sind beide Elternteile – unabhängig davon, ob oder bei wem das Kind lebt – barunterhaltspflichtig.

d. Elternunterhalt

Wenn die monatliche Rente nicht mehr zum Leben ausreicht, oder die Eltern gar in ein Heim untergebracht werden, so müssen sich die Beteiligten mit dem Thema des Elternunterhalts auseinandersetzen.

Ab Januar 2020 tritt das Angehörigen-Entlastungsgesetz in Kraft, durch das die Bundesregierung Kinder pflegebedürftiger Eltern entlasten will. Sie sollen nämlich nur dann herangezogen werden, wenn ihr Brutto-Jahreseinkommen 100.000,00 € übersteigt.

Die elterliche Sorge

Im deutschen Familienrecht gilt der Grundsatz, dass verheiratete Paare bei Geburt beide die elterliche Sorge für das Kind erhalten.
Unverheiratete Mütter erhalten die alleinige elterliche Sorge, sofern nicht zusammen mit dem Vater eine Sorgerechtserklärung abgegeben wird.

Unter dem Zugewinn versteht man den Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen vor der Ehe übersteigt. Anfangs- und Endvermögen sind somit zu vergleichen.

Sollten Sie keinen Ehevertrag abgeschlossen haben, oder innerhalb eines Ehevertrages keinen anderen Güterstand (Gütertrennung oder Gütergemeinschaft) vereinbart haben, gilt für Sie der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Bei dem gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft bleiben die Vermögensmassen der Eheleute getrennt. Das gilt auch für das Vermögen, das während der Ehe erwirtschaftet wird. Der Ausgleich des Zugewinns wird erst nach der Scheidung oder Tod eines der Eheleute durchgeführt.

Ausnahme: Sondervermögen aus Schenkungen oder Erbschaften, denn dieses wird dem Anfangsvermögen hinzugerechnet.

Der Zugewinnausgleich findet im Scheidungsverfahren nur auf Antrag eines Ehepartners statt; eine außergerichtliche Einigung ist möglich.

Durch den Versorgungsausgleich, erhält der Ehepartner, der während der Ehe keine oder weniger Rentenanwaltschaften erwerben konnte als sein Ehepartner, anteilig die Rentenansprüche seines Ehepartners angerechnet.

Einzubeziehende Anrechte:
– gesetzliche Rentenversicherung
– berufsständische Versorgung (Anwälte, Ärzte)
– Beamtenversorgung
– betriebliche Altersversorgung
– private Alters- und Invaliditätsversorgung
– Riesterrente
– Rentenlebensversicherung

Der Versorgungsausgleich wird – anders als der Zugewinnausgleich – von Amts wegen durchgeführt; er muss also nicht gesondert beantragt werden.

Ausnahme: Die Ehe hat weniger als drei Jahre bestanden. In diesem Fall muss die Durchführung des Versorgungsausgleichs beantragt werden.

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